Lange Fahrten mit dem Elektroauto: So planen Sie das Laden
Wie Sie Ladestopps, einen Ausweichplan, den richtigen SOC-Bereich und eine realistische Route für Fahrten mit dem E-Auto wählen.
Eine lange Fahrt mit dem Elektroauto ist einfach, sobald man sie nicht mehr wie eine Fahrt mit einem Benziner plant. Statt zu warten, bis die Batterie fast auf null fällt, denkt man besser in Ladebereichen: mit ausreichender Ladung losfahren, kurze Stopps in der Schnellladezone der Batterie einlegen und einen Ausweichplan haben, falls eine Station belegt oder außer Betrieb ist.
Nach Ladepunkten planen, nicht nur nach Kilometern
Die Navigation zeigt vielleicht 300 km bis zum Ziel an, aber entscheidend ist, wo entlang der Route zuverlässige Stationen liegen. Wählen Sie eine Hauptstation und mindestens eine Ausweichstation in einem Radius, den Sie entspannt erreichen können.
Prüfen Sie vor der Abfahrt:
- die Leistung der Station;
- den Steckertyp — CCS2, Typ 2 oder einen anderen;
- den aktuellen Status in der App;
- aktuelle Nutzerkommentare;
- die Zahlungsmethode;
- ob es an dem Standort mehr als einen Ladepunkt gibt.
Am schnellsten bedeutet nicht immer am besten
Viele Autos laden am schnellsten zwischen etwa 10 % und 60–70 %. Danach sinkt die Geschwindigkeit oft deutlich. Deshalb können zwei kürzere Stopps insgesamt schneller sein als ein langes Laden bis 100 %.
Es empfiehlt sich, mit ausreichend niedrigem Ladestand an einer Schnellladestation anzukommen, aber nicht ganz am Limit. Für die meisten Routen liegt ein komfortables Minimum bei 10–15 %; im Winter, bei Regen, starkem Wind oder in einem unbekannten Netz ist ein größerer Puffer sinnvoll.
Die Temperatur verändert alles
Im Winter steigt der Verbrauch, und die Ladegeschwindigkeit kann sinken, besonders wenn die Batterie kalt ist. Manche Fahrzeuge konditionieren die Batterie vor, wenn eine DC-Station als Navigationsziel eingegeben wird. Unterstützt Ihr Modell das, nutzen Sie diese Funktion.
Faktoren, die den Verbrauch erhöhen:
- hohe Geschwindigkeit auf der Autobahn;
- niedrige Temperatur;
- Gegenwind;
- nasse Fahrbahn;
- eine Dachbox;
- Winterreifen;
- die Innenraumheizung.
Verlassen Sie sich nicht auf eine einzige Station
Der häufigste Fehler ist eine Route mit nur einem kritischen Ladepunkt. Ist dieser belegt, defekt oder blockiert, fällt der ganze Plan in sich zusammen. Bei einer langen Fahrt sollte jeder wichtige Stopp eine Ausweichoption haben.
Reisen Sie an verkehrsreichen Tagen, meiden Sie Stationen mit nur einem Ladepunkt am Standort. Besser ist ein Halt an einem Hub mit mehreren Ladepunkten, auch wenn er ein paar Kilometer abseits der Route liegt.
Was Sie mitnehmen sollten
Für Fahrten außerhalb der Stadt ist es sinnvoll, Folgendes dabei zu haben:
- ein Typ-2-Kabel;
- aktive Apps oder Karten der wichtigsten Betreiber;
- eine Bankkarte als Ausweich-Zahlungsmittel;
- ein Ladegerät fürs Handy;
- Adressen von Ausweichstationen;
- Kontakte für die Pannenhilfe;
- einen Plan für langsameres AC-Laden im Notfall.
Geschwindigkeit ist der größte Kostenfaktor
Bei Elektroautos kann der Unterschied zwischen 110 km/h und 140 km/h die gesamte Routenplanung verändern. Höhere Geschwindigkeit führt oft zu mehr Zeit an Ladestationen, selbst wenn dadurch auf der Strecke selbst Minuten gespart werden.
Wenn das Ziel die kürzeste Gesamtreisezeit ist, testen Sie verschiedene Szenarien: schnelleres Fahren mit mehr Ladestopps oder ein gemäßigteres Tempo mit einem Stopp weniger. Bei vielen E-Autos ist die zweite Variante entspannter und oft sogar wirklich schneller.
Fazit
Eine gute E-Auto-Reise wird mit Puffer geplant. Wählen Sie zuverlässige Stationen, halten Sie einen vernünftigen Ladepuffer, jagen Sie nicht unnötig den 100-%-Stand und passen Sie Ihre Geschwindigkeit an den realen Verbrauch an. So wird das Elektroauto auch auf langen Strecken berechenbar — nicht nur in der Stadt.